Dienstag, 18. September 2012

Deutschland sucht den Superrüpel

Ja, der Mark Medlock. Irgendwie kann der sich nicht benehmen. Warum auch? Die Leute mögen ihn doch trotzdem.

Warum ich mich gerade jetzt mit dem beschäftige? Ich weiß es selber nicht mal so genau. Ich weiß nur eins: Ich hab was gegen "Stars", die meinen, sie wären die Kings oder Queens, bloß weil sie mal eine große Fangemeinschaft hatten oder mal was mit Dieter Bohlen gemacht haben oder oder oder.

Mark Medlock beispielsweise fällt doch schon lange nicht mehr durch seine Musik auf. In den Charts schafft er es inzwischen auch nicht mehr in die Top20. Sein Geld muss er anscheinend inzwischen bei Kaufhauseröffnungen, kleinen vierwöchigen Touren und Firmenparties verdienen, wie seine jüngste Pöbelattacke zeigt. Sieht also so aus, als wären immer weniger Leute bereit auch noch Geld dafür zu zahlen, dass sie ihn sehen und sich von ihm daselbst höchstpersönlich beschimpfen und bepöbeln zu lassen.  Dazu kommt auch noch, dass ihm jetzt auch noch die Haare ausgehen. Alles sehr frustrierend für jemanden, der mal ein dufter Kumpel vom Diiiiieda war, die Charts stürmte und volles Haar hatte.

Trotzdem will er seine Medienpräsenz nicht aufgeben. Was macht also der kluge untergehende "Star"? Er sorgt eben anders als durch seine inzwischen ziemlich uninteressante Musik für Schlagzeilen. Ein bisschen Gepöbel hier, ein bisschen Gekloppe da. Denn irgendwer im Publikum oder in sonstiger unmittelbarer Umgebung wird schon seine Handykamera mitlaufen haben und *schwups* ist man wieder in den Medien präsent. Besser schlechte als gar keine Publicity wird sich Medlock da gedacht haben. Der immer weiter fortschreitenden Technik und Multimedialisierung sei Dank.

Ja, der Typ hat echt nicht mehr alle Latten am Zaun. Ich hab mir vor ein paar Jahren mal spaßeshalber seine Biographie in der Bücherei ausgeliehen. Man will ja auch mal ein Buch lesen, bei dem man was zu lachen hat. Kaufen würde ich mir so was allerdings niemals. Ich hatte mir ja eigentlich vorgenommen, die Schwarte bis zum Ende zu lesen. Ich hab's aber irgendwann dran gegeben, weil ich diese ewige Selbstbeweihräucherung nach etwa 60 Seiten nicht mehr ertragen konnte. Er beschreibt sich da fast schon als gefallenen Engel, der sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf gezogen hat, weil er so begnadet toll singen kann. Geschenkt! Außerdem hat ihn auf seinem Lebenweg so vieles "geflasht", "gehypt" und ich weiß nicht was noch alles.

Ein kleiner Großkotz eben, der das Glück hatte eine damals noch quotenstarke Castingshow zu gewinnen und Fans zu haben, die sich für so einen Schund interessieren und das Buch und seine CDs dann sogar von ihrem kargen Taschengeld oder Hartz4(!) kaufen. Denn mehr Niveau hat der Junge meiner Meinung nach nicht. (Und ich meine das jetzt NICHT abwertend Hartz4-Empfängern gegenüber). Man sollte vielleicht nicht gerade die Hand, die einen füttert, auch noch abhacken. Ich würde ja auch nicht denjenigen öffentlich beschimpfen, der mir mein Gehalt zahlt. Der soll doch froh sein, dass ihn überhaupt noch jemand hören und sehen will, so wie der drauf ist. Aber bei solch einem Verhalten dürfte er sich in Zukunft nicht mehr darüber wundern, dass die Auftritts-Anfragen in absehbarere Zeit drastisch zurückgehen werden. Da sind mir doch Herren, die abseits der großen Musik-Hauptstraße glücklich, zufrieden und völlig skandalfrei ihre Musik machen, tausend Mal lieber als solche Typen. 

So, das war mein (böses) Wort zum Mittwoch

Keine Kommentare:

Kommentar posten